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Arbeitsspeicherfehler interpretieren und analysieren

Die Programme toolstar®testLX, toolstar®QuickCheckLX, toolstar®testWIN und toolstar®QuickCheckWIN unterstützten je nach Ausführung bis zu 7 verschiedenen Arbeitsspeichertests. Mit diesen Tests finden Sie zuverlässig Arbeitsspeicherfehler. Zu Unterstützung bei der Interpretation und Analyse finden Sie in diesem Artikel eine umfangreiche Sammlung an Informationen.

Die verschiedenen Testmöglichkeiten im Programm und Pre-Boot

Insgesamt finden Sie bis zu 7 verschiedenen Arbeitsspeichertests in den Programmen. In den QuickCheck-Programmen ist der Umfang leicht reduziert. Jeder der 7 Tests findet andere Fehler durch eine Anpassung der Zugriffe, Belastung und Prüfung der Ergebnisse. Wir empfehlen alle Tests auszuführen um eine möglichst sichere Aussage über den Zustand der Speicherriegel zu erhalten.

toolstar®testLX und toolstar®QuickCheckLX haben zusätzlich zu den 7 im Programm implementieren Speichertests noch den Boot-Speichertests ingetriert. Das ist ein schneller Speichertest während des Startvorgangs des Betriebssystems. Der Vorteil des Boot-Speichertets ist, dass dieser auch Speicherbereiche testen kann, die später vom Betriebssystem belegt sind. Sollte während dieses Tests ein Fehler erkannt werden, werden diese Bereiche markiert und beim initialisieren des Betriebssystems ausgelassen. Dadurch kann das Betriebssystem auch starten, wenn sich bestimmte Fehler in diesen Bereichen befinden. Die Information dazu finden Sie später im Programm im Speichertestmenü.

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Menüpunkten finden Sie auch hier.

Was passiert bei den Tests und intern in der Hardware

Beim Zugriff auf den Arbeitsspeicher sind im Gerät verschiedenen Komponenten im Spiel. Dazu gehören die CPU, Mainboard, Firmware und Speichercontroller. Die CPU steuert den Zugriff auf den Speicher, das Mainboard koordiniert die Zugriffe zum Controller und der Speichercontroller verwaltet die einzelnen Speicherriegel. Aufgrund des Zusammenspiels von verschiedenen Komponenten kann ein Fehler beim Zugriff auch bei einem der anderen Komponenten liegen. Wobei das Sonderfälle sind und die meisten Speicherfehler sich direkt auf die einzelnen Speicherriegel beziehen.

Die Tests belasten das Speichersubsystem des Geräts sowie die einzelnen Riegel stark und durch verschiedene Lese- und Schreibzugriffsmuster werden dann Fehler gefunden. Das können allgemeine Zugriffsfehler sein, fehlerhafte Daten an den getesteten Adressen oder auch Bit-Fehler bei naheliegenden Adressen.

Wie sieht ein erkannter Speicherfehler in den Programmen aus?

Wenn einer der Tests einen Speicherfehler findet erhalten Sie im Programm die Information in welchem MB-Bereich (MB = Megabyte) der Speicherfehler aufgetreten ist sowie das erwartete Ergebnis und das ermittelte Ergebnis. Der Speichertest läuft Standardmäßig immer bis zum Ende durch und zeigt anschließend alle gefunden Fehler an. In der Automatisierung haben Sie zusätzlich noch die Option automatisch beim X erkannten Fehler abzubrechen. Das schont die Hardware und verhindert mögliche Systemabstürze und spart Zeit ein.

Interpretation und Analyse von Speicherfehlern

Die ausgegebenen MB-Bereiche lassen sich nicht linear auf die Speicherriegel anwenden. Moderne Controller im Dual-Channel betrieb teilen Speicherbereiche automatisch zwischen den Riegeln auf. Jeder Controller macht das je nach Konfiguration und Firmware anders. Damit lässt sich leider keine allgemeine Aussage über den defekten Riegel treffen. Um genau den defekten Riegel zu finden können Sie folgendermaßen vorgehen.

Prüfen Sie als erstes die Einstellungen im BIOS im Bereich XMP/EXPO (kann je nach Firmware anderes heißen oder auch gar nicht zur Verfügung stehen) oder setzten Sie das BIOS auf Standard-Einstellungen zurück. Das Zurückstezen auf Standardeinstellungen kann auch Einstellungen zurücksetzten, die Sie so gar nicht im Interface des BIOS angezeigt bekommen. Die meisten Consumer-Firmwares haben mehr Einstellungen als im grafischen Interface dargestellt. Falsche Einstellungen im Bereich der Takte sowie Stromversorgung können dazu führen, dass Fehler auftreten. Diese Fehler sind dann nicht direkt auf die Speicherriegel zurückzuführen sondern auf eine fehlerhafte Konfiguration des Speichercontrollers. Sollte nach dem Zurücksetzten des BIOS oder dem Setzten der korrekten Einstellungen (Sie finden die minimalen und maximalen Werte in den Softwareprodukten in den Speicherinformationen sowie SPD-EEPROM-Infos) immer noch Fehler auftreten.

Wir Empfehlen vor dem weiteren Vorgehen noch zusätzlich den CPU-Kern- sowie Cache-Test auszuführen. Mit diesen Tests können Sie bereits eine der Komponenten im Zusammenspiel mit Speicherzugriffen validieren. Wenn diese Tests fehlerfrei laufen, können Sie sich sicher sein, dass die CPU keine der Komponenten mit Problemen ist.

Auswahl der Slots auf dem Mainboard

Die elektronische Verbindung und die Ansteuerung der Speichercontroller läuft meistens über Slot 1 und 3 sowie 2 und 4. Sie sollten die verschiedenen Farben erkennen können. Of zum Beispiel in blau oder rot dargestellt. Verwenden Sie entweder nur Slot 1 oder bei zwei Riegeln nur die Slots die in der selben Farbe markiert sind. Das ist der vom Hersteller empfohlene Plan zu Bestückung des Geräts. Zusätzlich bietet das dem Speichercontroller und der Elektronik die best mögliche Ansteuerung der einzelnen Riegel.

Ich habe nur zwei Speicherriegel im System verbaut

Testen Sie die Riegel einzeln. Dazu entfernen Sie erst alle Riegel und setzten diese dann nacheinander in Slot 1 auf dem Mainboard ein. Testen Sie die Riegel jetzt individuell. Sobald Sie den Fehler bei nur einem Speicherriegel finden haben Sie den defekten Speicherriegel gefunden. Sollte bei den einzelnen Tests kein Fehler auftreten aber im Verbund ist der Verdacht eines Firmwareproblems oder einer Fehlkonfiguration der Firmware naheliegen. Bitte prüfen Sie, ob es ein Firmwareupdate für Ihr System gibt und ob die Einstellungen in der Firmware korrekt gesetzt sind bzw. auf Werkseinstellungen.

Ich habe mehr als zwei Speicherriegel im System verbaut (vermutlich 4 Stück oder mehr):

  1. Belassen Sie die Speicherriegel in Slot 1 und Slot 3 im System und entfernen Sie die Riegel in Slot 2 und 4
    • Fehler gefunden:
      Wenn der Fehler hier auftritt wissen Sie, dass es sich bei dem Defekt um einen dieser Riegel handeln muss.
    • Kein Fehler gefunden:
      Entfernen Sie beide Speicherriegel und legen Sie diese auf den “vermeintlich nicht defekt Stapel” und machen Sie bei Punkt 2 weiter
  2. Nehmen Sie die beiden Speicherriegel die Sie noch nicht getestet haben und stecken Sie diese in Slot 1 und 3
    • Fehler gefunden:
      Wenn der Fehler hier auftritt wissen Sie, dass es sich bei dem Defekt um einen dieser Riegel handeln muss. Legen Sie die Riegel auf den Stapel “vermeintlich defekt”. Machen Sie weiter mit Schritt 3
    • Kein Fehler gefunden:
      Entfernen Sie beide Speicherriegel und legen Sie diese auf den “vermeintlich nicht defekt Stapel” und machen Sie bei Punkt 2 weiter
  3. Mixen Sie jetzt in Slot 1 und 3 jeweils einen Riegel des Stapels “vermeintlich nicht defekt” und “vermeintlich defekt”. Also stecken Sie immer einen “vermeintlich nicht defekt” Speicherriegel in Slot 1 und einen “vermeintlich defekt” Speicherriegel in Slot 3.
    • Fehler gefunden:
      Der defekte Riegel sollte jetzt in Slot 3 des Systems stecken, weil der Riegel in Slot 1 nicht defekt sein sollte
    • Kein Fehler gefunden:
      Sollten Sie bei jeder der Kombinationen keinen Fehler gefunden haben prüfen Sie bitte die Einstellungen der Firmware und führen Sie ggf. Firmwareupdates durch.

Schwierig zu findende Fehler und weitere Optionen

  • Elektronische Schwankungen durch steigendes Alter von Geräten
    • Durch steigendes Alter und Abnutzung von elektronischen Leitern und Kontakten können einzelne Slots in einem System unterversorgt sein. Durch wechseln der Slots sowie passende Einstellungen im BIOS können Sie hier entgegenwirken.
  • Verschiedenen Speicherriegel, Konfigurationen und Taktraten
    • Speichercontroller passen den Takt und die Konfiguration dynamisch basierend auf den verbauten Riegeln an. Durch unterschiedliche Riegel und Taktraten können Fehler entstehen. Außerdem taktet der Controller die Riegel immer nach dem Takt des langsamsten Speicherriegels. Dadurch können auch eigentlich performante Riegel weniger Leistung liefern als eigentlich möglich.
  • Übertaktung des Speichersubsystems
    • Durch Übertakten der Speicherriegel können Fehler entstehen. Solche Fehler können auch erst nach einiger Zeit entstehen und sich in der Anfangspahse nicht zeigen.
  • Es werden Speicherfehler angezeigt aber im laufenden Betrieb merke ich davon nichts
    • Durch Übertaktung oder falsche Einstellungen können Fehler entstehen die sich erst zeigen, wenn die Speicherriegel wie zum Beispiel bei den Speichertests stark gefordert werden. Dadurch erhöht sich die elektronische Leistungsaufnahme und das kann zu Bit-Fehlern führen oder den Speichercontroller in Verbindung mit der aktuellen Konfiguration überfordern.

Weiterentwicklung der Software und Support für Sie

toolstar®-Software wird seit über 20 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Das passiert intern in unserem Labor aber auch durch Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Sollten Sie einen Speicherfehler finden aber trotz dieser Anleitung nicht weiterkommen können Sie uns gerne jederzeit anrufen under eine E-Mail senden. Sollten Sie keinen Fehler finden aber relativ sicher sein, dass ein Speicherfehler vorliegen könnten, melden Sie sich bitte bei uns. Gerne nehmen wir defekte Riegel in unser Labor auf und die Software wird dahingehend optimiert auch diese Fehler in Zukunft zu finden.

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