SMART-Analyse- und Selbsttest bei ATA-Festplatten

Die SMART-Analyse

Als erstes wird Ihnen der SMART-Status laut Platte angezeigt. Das ist der Zustand aus Sicht des Herstellers. Das kann „okay“ oder „Fehler“ sein. Das darauffolgende Feld stellt die Gesamtbewertung von toolhouse da. Diese Gesamtbewertung ist eine von toolhouse selbst entwickelte Technik zur Bewertung der Fitness-Attribute. Hier gibt es die Werte „optimal“, „sehr gut„, „gut“, „mittel“, „Vorsicht!“ oder „FEHLER„. Wenn der Wert „Keine“ angezeigt wird, dann ist eine Bewertung nicht möglich, weil die ausgegebenen Werte noch nicht initialisiert wurden. Es folgt – mit dem schlechtesten Wert als Gesamtbewertung – eine Auflistung der Fitness- und Performance-Attribute. Welche Attribute wie unterstützt werden, hängt stark von Hersteller und Plattenmodell ab. Es gibt zwar gängige Verwendungsarten, aber leider keinen durchgängigen Standard, der von jedem Hersteller immer eingehalten wird.

Zu jedem Attribut speichert die Festplatte (auch nach dem Ausschalten) einen aktuellen (akt.) Wert von 253 (optimal) bis 1 (sehr schlecht), einen minimalen (min.) (der schlechteste bisher aufgetretene) und bei den Fitness-Attributen zusätzlich einen Schwellenwert (Schwelle), bei dessen Unterschreitung die Platte als defekt anzusehen ist. Die Werte 100 und z.T. 200 stehen für noch nicht initialisierte Werte, das heißt die Platte hat seit erster Aktivierung von SMART noch nicht genug Daten gesammelt, um das jeweilige Attribut zu bewerten. Die Typ-Bezeichnungen F und A stehen für den Attributtyp: F=Pre-fail=ein baldiger Ausfall droht bei Überschreitung, A=Old age=altersbedingt oder informativ.

Hinzu kommt bei manchen Attributen ein Rohwert. Zum Beispiel die Anlaufzeit in Millisekunden, die Temperatur in ø C°, Anzahl von Lesefehlern etc. toolstar®test und toolstar®shredder bewerten die Fitness-Attribute selbst, indem es den Minimalwert in den Bereich 253 bis Schwellenwert einordnet, mit „optimal“, „sehr gut“, „gut“, „mittel“, „Vorsicht!“ und, bei Unterschreiten, „FEHLER!“. Im Optionen-Dialog können Sie einstellen, ob „Vorsicht!“ für den Ergebnisbericht als Fehler gewertet werden soll oder nicht. Ebenso, ob SMART beim Start von toolstar®test oder toolstar®shredder eingeschaltet werden soll, wenn es nicht eingeschaltet war.

Darunter folgen, sofern unterstützt, Angaben aus den Fehler-Logs, in dem die Platte alle Fehler aufzeichnet, darunter aber auch solche, bei denen andere Software wie zum Beispiel Sicherungssoftware oder Kopiersoftware einfach falsche Befehle gesendet hat. Ein hoher Wert sollte Sie nicht beunruhigen, sofern keine kritischen Fehler (Lese-/Schreibfehler und andere) angezeigt werden.

Der SMART-Selbsttests

Selbsttests laufen plattenintern ab – was einerseits bedeutet, sie können im Hintergrund weiterlaufen, während Sie mit toolstar®test oder toolstar®shredder andere Tests durchführen (mit Einschränkungen bei anderen Plattentests), andererseits aber auch, dass toolstar®test oder toolstar®shredder keine weitere Einflussmöglichkeit auf diese Selbsttests hat! Sie können die Ergebnisse der letzten (max. 21) Selbsttests anzeigen lassen sowie einen kurzen Selbsttest starten, bei dem die Plattenfirmware nur grundlegende Tests durchführt und der meist ca. 1 oder 2 Minuten dauert. Ein ausführlicher Selbsttest untersucht zusätzlich die gesamte Plattenoberfläche und dauert dadurch, abhängig von der Plattengröße, natürlich auch deutlich länger.

Die zunächst angegebene geschätzte Dauer ist die Mindestdauer, die die Platte selbst nennt; die SMART-Spezifikation empfiehlt, die Platte nicht früher anzusprechen. Sie haben die Möglichkeit, einen Selbsttest abzubrechen, allerdings ist dies nicht empfohlen, da nicht auszuschließen ist, dass die Platte insb. zu Beginn des Tests unerwünscht darauf reagiert.

Wichtige SMART-Attribute (Auszug, weitere Parameter und Infos)

IDParameternameBeschreibung
05Reallozierte Sektoren– Zeigt an, wie viele Reservesektoren verbraucht wurden
– Deutet auf Probleme der Oberfläche hin
– Sehr kritisch, wenn negativ bewertet
10AnlaufwiederholungenAnzahl der Anlaufwiederholungen der Festplatte auf Nenndrehzahl.
184Ende-zu-Ende FehlerZeigt Fehler zwischen Speichermedium und Laufwerkscontroller an
187Gemeldete unkorrigierbare FehlerFehler, die durch die verbaute Vorwärtsfehlerkorrektur nicht korrigiert werden können
188Command-TimeoutAnzahl der abgebrochenen Kommandos wegen Zeitüberschreibung der Anfrage
196Reallocation event countAnzahl der erfolgreichen und fehlerhaften Neuzuweisungen von Sektoren wegen Lesefehlern
197Current pending sector countAnzahl der auf Grund von Lesefehlern wartenden Sektoren auf Neuzuweisung
198Nicht korrigierbare SektorenAnzahl an defekten Sektoren, die nicht korrigiert werden können
201Soft read error rateAnzahl von Fehlern, die nicht durch Software korrigierbare waren (Lesefehler)
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