Löschen von Festplatten an einem Hardware-RAID-Controller

Vor dem Löschen von RAID-Festplatten, die über einen RAID-Controller angeschlossen sind, muss das RAID aufgelöst werden. Unter umständen muss der RAID-Controller auch so eingestellt werden, dass die angeschlossenen Festplatten direkt adressierbar sind. Grundsätzlich verschleiern RAID-Controller die Existenz von einzelnen Festplatten. Das ist neben der Redundanz, dem Caching und weiteren Aufgaben auch das Ziel eines RAID-Verbundes.

Logische Volumes und physikalische Festplatten

Bei einem bestehenden RAID wird Ihnen in toolstar®shredderLX und toolstar®shredderWIN meist nur ein einziges Volume angezeigt. Die Größe des Volumes entspricht dabei der gesamten Speicherkapazität aller am Controller angeschlossenen Festplatten. Die angezeigten Informationen wie Seriennummern, etc. sind rein virtuell und ändern sich bei jeder Neuerstellung des RAIDs. Deshalb ist das löschen von logischen Volumes auch nicht richtig dokumentierbar. Sie müssen unter allen Umständen die physikalischen Medien löschen, damit Sie die richtigen Seriennummern der einzelnen Festplatten im Zertifikat angezeigt bekommen. Beim Löschen von logischen RAID-Volumes wird außerdem nur der zugreifbare Bereich gelöscht. Das heißt, dass alle RAID-Informationen auch nach dem Löschen von logischen Volumes weiterhin auf den Festplatten stehen. Das passiert nicht, wenn Sie jede angeschlossene Festplatte gezielt einzeln löschen.

Auflösen des RAIDS über das RAID-Controller-BIOS

Das logische Volume lässt sich so gut wie immer über das RAID-BIOS auflösen. Oft stehen nach der Auflösung des RAID-Verbunds die einzelnen Festplatten im Programm zur Auswahl. Das RAID-Bios lässts ich normalerweise während des Startvorgangs der Maschine per Tastendruck aufrufen. Unter bestimmten umständen reicht das Auflösen des RAID-Verbunds nicht aus und die physikalischen Festplatten sind weiterhin nicht direkt ansprechbar. Dann muss der Modus in dem sich der RAID-Controller befindet geändert werden. Diese Modi haben bei verschiedenen Herstellern unterschiedliche Namen. Besonders bekannte Bezeichnungen lauten JBOD, HPA oder DirectPassThrough.

Auflösen des RAIDS über Herstellerprogramme im Betriebssystem

Viele Hersteller bieten für Ihre RAID-Controller auch CLI-Programme zur Verwendung innerhalb des Betriebssystems an. Die meisten Programme stehen auch für Linux zur Verfügung. Mit diesen Programmen können Sie die Einstellungen im laufenden Betrieb meist ohne Neustart der gesamten Maschine festlegen. Dabei gelten die selben Regeln wie beim Auflösen innerhalb des RAID-BIOS.

HP RAID-Controller

Das Programm für HP SmartArray Controller lautet hpssacli und lässt sich beim Hersteller und anderen Seiten herunterladen. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Controller alle Befehle unterstützten. Um den RAID-Controller in den hbamode zu setzten können Sie folgenden Befehl verwenden.

Für RAID-Controller Modelle die mit P starten. Also zum Beispiel P420i:

hpssacli controller slot=0 modify hbamode=on

Für RAID-Controller Modelle die mit H starten. Also zum Beispiel H240:

hpssacli controller slot=0 modify raidmode=off

LSI RAID-Controller

Das Programm für LSI Controller lautet storcli und lässt sich beim Hersteller und anderen Seiten herunterladen. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Controller alle Befehle unterstützten. Um den RAID-Controller in den direct mapping mode zu setzten können Sie folgenden Befehl verwenden:

storcli /cx set directpdmapping=<on | off>

Mögliche Automatisierung der Vorgänge

Wenn Sie immer wieder die selben RAID-Controller vom selben Hersteller verwenden, dann lassen sich bestimmte Aufgaben über die CLI-Programme der Hersteller automatisieren. Innerhalb von toolstar®shredderLX können Sie die Befehle zum Auflösen und ggf. umstellen des RAID-Controller-Modus in die prestart.sh Datei eintragen. Alle Befehle, die Sie in dieser Datei eintragen, werden direkt vor dem Start von toolstar®shredderLX ausgeführt.

Bei toolstar®shredderWIN gibt es keine prestart.sh Datei. Jedoch können Sie dort im Dauertest den Test Externes Programm verwenden um ein Skript aufzurufen, bevor Sie mit dem Löschen beginnen.

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